Rollenspiel: Laterale Führung im RSE-Kontext

Ein Planspiel für Studierende – Szenario »LernSpur«

Autor:innen
Zugehörigkeiten

Gesellschaft für Informatik

deRSE

Gesellschaft für Informatik

deRSE

Florian Goth

Jan Phillip Thiele

Jan Linxweiler

Anna-Lena Lamprecht

Maja Toebs

Ein Planspiel, in dem Studierende laterale Führung üben: das Führen einer Research-Software-Initiative ohne disziplinarische Weisungsbefugnis – nur mit Verständigung, Expertenmacht und Vertrauen. Das Szenario spielt in der empirischen Bildungsforschung, einer bewusst zugänglichen Domäne, damit die Aufmerksamkeit auf der Führung liegt, nicht auf dem Fachjargon.

Warum überhaupt ein Rollenspiel?

Laterale Führung lernt man nicht aus einer Folie – man lernt sie, indem man sie erlebt. Das Rollenspiel schafft dafür einen geschützten Raum zum Ausprobieren:

  • Ihr spürt am eigenen Leib, wie es ist, ein Team ohne Weisungsbefugnis zu führen – mit echtem Druck, Zielkonflikten und vagen Wünschen, aber ohne echtes Risiko.
  • Ihr könnt Verhalten testen, das euch im Ernstfall Überwindung kostet (nachfragen, Nein sagen, priorisieren) – und seht sofort, wie die anderen reagieren.
  • Nicht das Projekt ist das Wichtige, sondern die Dynamik zwischen euch. Es gibt kein „Gewinnen” und keine perfekte Lösung – der Lernstoff steckt darin, wie ihr miteinander umgeht. Genau das arbeiten wir danach im Debrief heraus.

Die vier Bausteine

Baustein Für wen Inhalt
Szenario alle gemeinsames Briefing: die Plattform »LernSpur« & das Kickoff-Meeting
Die Rollen (Handout) alle eine gemeinsame Übersicht aller Rollen – nur öffentliches Wissen, ein PDF für alle
Verteilung & Karten Spielleitung Verteilhinweise + Links zu den vertraulichen Einzelkarten (je 1 pro Person)
Ereignisse & Timeline Spielleitung 7 triggerbare Ereignisse mit empfohlener Timeline
Spielleitung Lehrende Geheimnis-Übersicht & Konfliktmatrix, Kompetenzziele, Beobachtung, Debrief

In einem Satz

Robin, frisch als RSE eingestellt, soll die verstreuten Daten einer bildungswissenschaftlichen Studie in eine nachhaltige, FAIR-konforme Plattform überführen – und muss im Kickoff-Meeting eine begeisterte Professorin, eine termingetriebene Postdoktorandin, eine überforderte Hilfskraft und eine skeptische Partnerschul-Lehrerin führen, ohne Chef:in zu sein.

Lernziel in aller Kürze

Laterale Führung heißt Führung auf Augenhöhe, ohne sich auf Hierarchie zu verlassen – sondern auf die Macht der eigenen Wirksamkeit. Die Studierenden erleben, wie sich Zielkonflikte zwischen Nachhaltigkeit und Tempo, zwischen Einzelinteresse und Gemeinschaftsnutzen nicht durch Anweisung, sondern durch Verständigung, Argument und Vertrauen bearbeiten lassen. Das vollständige Kompetenz-Mapping steht in der Spielleitung.

Schnellstart für Lehrende

Vorab (dringend empfohlen): Teilt Szenario und die gemeinsame Rollen-Übersicht schon einige Tage vor der Sitzung aus – und lasst die Studierenden nach Präferenz ihre Rolle wählen. So kommen sie vorbereitet und haben sich mit „ihrer” Person schon beschäftigt. Bringt für die Sitzung Namensschilder und ausgedruckte Rollen-/Ereigniskarten mit.

  1. Szenario + gemeinsame Rollen-Übersicht an alle austeilen (gemeinsam lesen, ~5 Min) – beides geheimnisfrei.
  2. Rollen nach Präferenz verteilen; jeder Person genau eine vertrauliche Rollenkarte geben (eigenes PDF/Ausdruck) – die verdeckten Ziele der anderen bleiben geheim (Verhandlungstraining).
  3. Kreative Vorbereitungsphase: Jede:r gestaltet die eigene Persona aus (die kleine Aufgabe steht unten auf jeder Karte) und schärft die geheimen Ziele.
  4. Meeting starten; die Ereignisse entlang der Timeline einstreuen (wie viele, entscheidet die Spielleitung).
  5. Mit Beobachtungsbogen zuschauen, danach entlang des Debrief-Leitfadens reflektieren.

Zeitbedarf: ca. 100–110 Minuten (10 Erklärung · 25 Vorbereitung inkl. Persona · 2 × 30 Spiel · 15–20 Debrief), gut skalierbar und auf zwei Sitzungen aufteilbar. Details unter Ablauf & Timing.